Die Geschichte der Vespa 

Um die Geschichte der VESPA und natürlich von PIAGGIO zu betrachten muss man in der Zeit einen ganz schönen Sprung zurück machen.
1884 eröffnet Rinaldo Piaggio im Alter von nur 20 Jahren in Sestri Ponente an der Riviera ein Sägewerk. Bald erweiterte der aus einer Reederfamilie stammende Geschäftsmann das Produktionsprogramm und stellte Schiffseinrichtungen her. Kurze Zeit später beschäftigte er sich ausserdem mit dem Bau von Eisenbahnwagen. Das Werk in Sestri Ponente war daher bald zu klein.

1885 geht aller bewegten Motorisierung eine technische Pionierleistung in einem Gewächshaus in Cannstatt voraus. Ein Resultat war zu dieser Zeit der Reitwagen von Daimler, der bereits Züge des späteren Rollers trägt.

Das erste Serienmotorrad der Welt, das 1894 die Firma Wolfmüller und Hildebrand in München patentierte,

wies noch deutlicher den Weg, und der amerikanische Autoped Everready

von 1910 kann mit seinen kleinen Rädern sogar als Urahn der späteren Roller gelten.

1901 erwirbt Rinaldo Piaggio ein Grundstück in Finale Ligure bei Savona,

auf dem er 1928 – 1930 ein Forschungszentrum baut.

1906 – 1909 ist Rinaldo Piaggio über seinen Schwager Attilio Odero mit der Genueser Firma San Giorio

am Bau italienischer Lizenzmodelle des britischen Napier Autos beteiligt.

1914 mit Kriegsausbruch kommen weitere Geschäftszweige hinzu: U-Boot-Abwehrboote und Ersatzteile

für Flugzeuge in Sestri Ponente weiters Rettungsboote und Flugzeugreparatur in Finale Ligure.
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                

1917 gründet Piaggio weitere Flugzeugwerke in Pisa und Nola.

Bei Kriegsende steigt die Firma vollends in den Flugzeugbau ein.

In Finale Ligure entstehen neue Flugzeugtypen, und in Pontedera werden die entsprechenden luftgekühlten Motoren gefertigt.

1924 kauft die Firma Piaggio in Pontedera bei Florenz eine Fabrik für LKW Motoren,

in der sie noch im selben Jahr serienmäßig die ersten italienischen,

luftgekühlten Flugmotoren baut und innerhalb eines Jahrzehnts mit 10.000 Arbeitern für die Rüstung arbeitet.

1930 testet die italienische Luftwaffe erfolgreich einen Hubschrauber von Corradino d’Ascanio (1891-1981).

1933 wird Corradino d’Ascanio von Rinaldo Piaggio engagiert.

1937 beginnt Piaggio mit dem Bau von Militärflugzeugen, darunter, ab 1939, der viermotorige Bomber P 108B.

1937 – 1939 stellen Piaggio Flugzeuge 21 Weltrekorde auf!!

1938 übernehmen die Brüder Enrico Piaggio und Armando Piaggio nach dem Tod ihres Vaters Rinaldo die Leitung der Firma.

 

 

   

1948 Nun beginnt die beispiellose Erfolgsgeschichte der Vespa,

die ab 1948 mit einem 125 ccm Motor ausgerüstet wird und damit recht flott unterwegs ist.

Man kann damit fast alles transportieren, die Freundin sogar oftmals im "Damensitz" auf dem Soziussattel

- man trägt damals ja noch Röcke! In den Fünfzigerjahren gehört die Vespa bereits zu Italien wie Pizza,

Spaghetti und Vino, und bald erobert sie auch das übrige Europa. Ein Netz von Vertragshändlern wird aufgebaut,

welche bald auch viel Geld mit Zubehör und Anbauteilen verdienen. Man könnte sagen,

dass mit der Vespa auch das Customizing erfunden wurde, das heute insbesondere in der Harley-Szene hoch im Kurs ist!

Seit ihrem Entstehen versteht es die Vespa, Liebhaber zu vereinen.

Der erste Vespa Club wird bereits 1948 gegründet - nur knapp zwei Jahre nach der Markteinführung des Fahrzeugs.

Das ist die Geburtsstunde der berühmten Vespa, die von Corrado d'Ascanio für Piaggio entwickelt wurde.

Die Planung und Herstellung von Flugzeugmotoren, Flugzeugen, Hubschrauber,

Verkehrsflugzeugen mit Druckkabinen bot ein firmeneigenes Entwicklerpotential.

Durch das technische Know How am Leichtmotorenbau verließ nach der zivilen Umrüstung des Werkes nach dem 2. Weltkrieg -

nach einer Entwicklungszeit von nur 3 Monaten -

im April 1946 die ersten VESPA - Motorroller mit 98 ccm-Motoren das Werk in Pontedera.

Mit der Vespa hat Corrado d'Ascanio für Piaggio ein zweirädriges Fahrzeug geschaffen,

das auch für einen ungeübten Fahrer einfach zu beherrschen ist.

Man sitzt nicht nur bequem wie in einem Auto auf seinem Sitz,

sondern braucht sich keine Sorgen mehr um verschmutzte Kleidung zu machen.

Der 98 cm2 - Dreigangmotor ist in eine freitragende Karosserie eingebaut, ermöglichte eine Spitzengeschwindigkeit

von 60 km/h und verbraucht auf 100 Kilometer nur zwei Liter Benzin.

Von April bis Dezember 1946 werden 2484 Exemplare gebaut.

1940 wird das Piaggio Werk in Pontedera stark für die Rüstung erweitert.

Während des zweiten Weltkriegs produziert das Unternehmen nicht nur Schiffe, Züge und Flugzeuge,

sondern auch einige Panzerfahrzeuge.

1941 entsteht bei Piaggio in Pontedera das weltweit erste Flugzeug mit druckfester Kabine für den Stratosphärenflug,

die P 111, aus der für die Zivilluftfahrt die P 108 C entwickelt wird.

1943 zerstören die Alliirten durch einen Luftangriff das Flugzeugwerk von Piaggio.

Zu diesem Zeitpunkt beschäftigt die Firma 14.000 Mitarbeiter.

1945 entsteht auf Anregung von Enrico Piaggio der Roller Prototyp MP 5 wegen seiner Form auch Paperino (Donald Duck) genannt. Bald darauf,

als sich das Ende des Krieges abzeichnet und das Ausmaß der Zerstörung zu erkennen ist, plant man bei Piaggio eine neue Zukunft.

Da nach dem 2. Weltkrieg keine Flugzeuge mehr produziert werden dürfen,liegen in der Flugzeugfabrik Piaggio in Pontedera die Produktionseinrichtungen, darunter riesige Blechpressen, brach. Was die Leute nun brauchten, war ein einfaches, 

sparsames und vor allem praktisches Fahrzeug. Einige Konstrukteure kamen auf die Idee,den Wunsch des Volkes nach einem preisgünstigen und praktischen Fortbewegungsmittel 

mit einem neuartigen Motorrad zu befriedigen. Piaggio entschied sich für eine Konstruktion aus Blechteilen, die mit den stillgelegten Pressen gefertigt werden konnten. Da es auch an Antriebsketten mangelte,erfand man einen kleinen 2-Takt- Motor mit 98 cm3 Hubraum 

und einem angebauten Direktantrieb. Die Vorderradaufhängung übernahm man aus dem Flugzeugbau und als Räder wurden Schubkarrenräder verwendet, die eigentlich für ein Motorrad viel zu klein aber zufälligerweise verfügbar waren. Den Scheinwerfer für das Gefährt pflanzte man auf den vorderen Kotflügel und das Ganze wurde mit olivgrüner Farbe (mussolinigrün) angemalt, die aus dem Krieg in großer Menge vorhanden war.
Der erste Roller ist geboren - Piaggio gibt ihm den Namen Vespa!

1949 baut Piaggio 45.000 Vespas, von denen 2.500 in den Export gehen. In diesem Jahr stellt Piaggio auch zum ersten Mal auf der Frankurter Frühjahrsmesse aus. Hier bietet man DKW auch den Lizenzbau an, jedoch ohne Erfolg. In Italien schließen sich 30 Vespa Clubs zur Unione Vespisti d’Italia zusammen, daraus wird später der Vespa Club d’Italia. In Deutschland werden 33 Roller gebaut.
1947 verlassen bereits unglaubliche 10.535 Stück das Werk. In den darauffolgenden Jahren wird das Modell nur leicht verändert.


1951 findet in Genua die 1. internationale Vespa Rallye statt, und es nehmen damals bereits 500 Fahrer teil. Weiters geht Piaggio von der hakeligen Gestängeschaltung zu Bowdenzügen über, Hoffmann in Deutschland übernimmt diese erst 1953. Es werden in diesem Jahr in Italien bereits 20.000 Vespa produziert.

1953 läuft international die 500.000 ste Vespa vom Band, pro Monat werden über 10.000 Vespas gebaut. Piaggio beschäftigt ca. 6.000 Mitarbeiter. In diesem Jahr sind einige Vespas bereits über 100.000 km gelaufen. Es kommt eine technisch gründlich verbesserte Variante, die Vespa 53, heraus. Von dieser gibt es eine Normal- und eine Sparversion (die Vespa 53 U) gab. Inzwischen ist die Vespa weit über Italien hinaus verbreitet. Zahlreiche Werke in verschiedenen Ländern fertigen nun Vespas. Weiters stellen auf der IAA in Frankfurt 17 deutsche Produzenten ihre Roller vor.

1954 kommt zur 125er eine 150er hinzu, die in der GS-Version sogar 100 km/h Spitze erreicht. In San Remo findet die erste Eurovespa statt.

Es treffen sich Vespa-Freunde zur Folklore-Rallye in Paris, und 625 Vespa-Fahrer bilden auf 4200 qm bei Turin das Piaggio-Zeichen ab.

1955 wird die Vespa von 8 auf 10 Zollräder umgestellt.

1955-1957 baut die Piaggio Messerschmitt GmbH, Augsburg, etwa 17.500 Vespas.

1956 rollt international die 1.000.000 ste Vespa vom Fließband. Mittlerweile wird der beliebte Roller in Belgien, Brasilien, Frankreich, Deutschland, England, Spanien, Indien und sogar in der Sowjetunion (unter dem Namen Wiatka) gebaut. In 15 italienischen Städten findet ein Tag der Vespa statt. Es fahren zu diesem Zeitpunkt fast 31.000 italienische Geistliche eine Vespa.

Die Euro-Vespa findet in München mit 1800 Vespisti aus aller Welt statt.

1957 umfasst der Vespa-Club von Europa 14 Länder mit 1.000 Clubs und 100.000 Mitglieder.

1957-1963 baut nach dem Ausscheiden von Messerschmitt Piaggio allein (mit Schweizer Beteiligung) noch über 55.000 Vespas in Augsburg.

1957-1965 wird in Italien die Vespa Grand Luxe (GL) gebaut, die als Sprint bis 1974 fortgeführt wird.

1958 laufen in der Schweiz fast 50.000 Vespas.

1958/59 bricht der Rollermarkt in Deutschland zusammen.

1958-1975 leitet der Rennfahrer Hans Stuck den Vespa-Club von Deutschland, der zu Beginn 135 Regionalverbände mit 14.000 Mitgliedern zählt.

1959 macht es der Vespa-Club von Deutschland seinen Mitgliedern zur Pflicht, einen Schutzhelm zu tragen.

1960 baut Piaggio weltweit die 2.000.000 ste Vespa. Die EuroVespa findet während der Olympischen Spiele in Rom statt, wo der Papst den Fahrern eine Audienz gewährt. In den USA laufen 350.000 Roller, ein Drittel dürften auf die Vespa und die Lambretta zusammen entfallen, 10% auf die Bella von Zündapp. 90% aller Vespa-Fahrer sind Jugendliche, die in der Mehrzahl der Staaten bereits unter 16 Jahren Roller fahren dürfen.

1961 kommt eine Vespa in Italien auf 74 Einwohner, in der Schweiz auf 116. In den USA laufen 80.000 Vespas, und das Magazin Fortune zählt diesen Roller zu den 100 am besten gestalteten Industrieprodukten der Welt.

1963 kommt die kleinste Version der Vespa mit 50 ccm Hubraum heraus, das letzte von d'Ascanio konzipierte Modell, speziell für die Jugend. Sie wird sofort zu einem großen Erfolg. In der Folge klinken sich auch deutsche Betriebe in den motorisierten Zweiradboom ein. Zwischen 1950 und 1960 tummeln sich 40 deutsche Marken auf den Straßen. Darunter bekannte Namen wie Hercules, Simson, Victoria und Kreidler, aber auch "genrefremde" Hersteller wie Heinkel, der von seinem Heinkel Tourist zwischen 1953 und 1965 übe 100.000 Exemplare absetzen kann. Selbst BMW bringt einen Motorroller zur Serienreife, verzichtet letzt endlich aber auf die Produktion. Im Laufe der Sechzigerjahre wird dann jedoch alles anders.
Nicht mehr die Vespa ist das Statussymbol dieser Zeit, sondern der VW Käfer. Die Nachfrage nach Rollern bricht ein - aber die Vespa überlebt. Nachahmerprodukte wie beispielsweise die Lambretta verschwinden nach und nach vom Markt - die Vespa aber wird bis heute produziert. Die vierrädrigen Automobile verdammen nach und nach die Roller und andere Zweiräder zum Mauerblümchendasein. Sie werden als Nutz und Transportfahrzeuge von den komfortableren und geräumigeren Großkarossen abgelöst. Erst in den 70ern sorgt die zunehmende Verkehrsdichte für ein langsames Umdenken, das seinen Höhepunkt derzeit in einer zweiten Rollerwelle findet. Seit mehreren Jahren eilt der Markt von einer Rekordmarke zur anderen. Ab 1963 wird in Brasilien die Vespa von Pan Auto S.A., Santa Cruz bei Rio de Janeiro, die dem Rennfahrer Juan Manuel Fangio gehört, in Lizenz gebaut.

1964 werden von der Vespa 7 verschiedene Modelle angeboten, von 50-160 ccm Hubraum mit 40 bis an die 100 km/h schnell..

1964-1988 Umberto Agnelli, ein Bruder des Fiat-Chefs Giovanni, der in die Familie Piaggio eingeheiratet hat, beteiligt sich auch finanziell und übernimmt die Leitung der Firma.

1967 baut Piaggio die Vespa Primavera (bis 1983) und führt Mofas und Mopeds ein, im Laufe der Jahre Ciao, Bravo, Boxer, Grille, Si.
1969 übernimmt Piaggio die Motorradmarke Gilera. Anfang der 70er wird die 50-ccm-Vespa in 4 Varianten gebaut.

1970 erscheint die Vespa 90 Super Sprint mit 90 ccm Motor. Bald danach die Vespa 200, die mit ihrem 198 ccm Einzylinder- Zweitaktmotor auf 110 km/h kam. Daneben gibt es noch fünf weitere Modelle: die 50er, die 125er Primavera, die 125 TS, die 125 GTR sowie die 150er Serie. Mit der Übernahme der Firma Gilera hat Piaggio inzwischen den Markt der Leichtmotorräder erschlossen. Weiters wird der Vespa Club d'ltalia aufgelöst.

1972 baut Piaggio die 4.000.000 ste Vespa.

1974 baut Piaggio die Vespa-Rally mit 200 ccm Hubraum.

1977 führt Piaggio die »nuova linea« (= neuer Stil) ein, das Interesse an Rollern nimmt wieder zu. Piaggio baut in diesem Jahr 614.000 Vespas und Ape, von denen 289.000 in 110 Länder exportiert werden. Die Vespa hat inzwischen die 6.000.000 Grenze weit überschritten. Piaggio liegt weltweit an 4. Stelle der Kraftradproduktion.

1979 präsentiert Piaggio die Vespa Serie PX. Angefangen bei den 125ern, werden allmählich auch die anderen Vespa-Modelle auf PX-Standard getrimmt. Anfang der 80er Jahre entsteht schließlich die Serie Arcobaleno in 125, 150 und 200 ccm Versionen. Die PX Arcobaleno erreicht in ihren verschiedenen Ausführungen Höchstgeschwindigkeiten von 95, 100 und 110 km/h. Sie ist besonders umweltfreundlich und sparsam im Verbrauch. Entsprechendes gilt für die restlichen Piaggio Produkte, wie die kleine, langlebige Ciao, die sich im Bereich der Mopeds trotz ihrer nunmehr 15 Jahre immer noch als Verkaufsschlager erweist. Im Angebot war zudem die T5, mit der Piaggio an die sportlicheren Vespa Varianten, etwa an die 90 SS aus den 60er Jahren oder die ET 3 aus den 70ern anknüpfen will. Die aus der PX 125 E Arcobaleno entwickelte T5 Pole Position erhielt ein besonders aggressiv wirkendes Äußeres in leuchtendem Rot. Eine besondere Neuheit ihres 124 ccm Motors ist ein Zylinder mit fünf Überströmkanälen. Die 108 km/h schnelle T5 Pole Position verbraucht auf 100 Kilometer 3,8 Liter. Piaggio ist weltweit zum viertgrößten Hersteller von Motorfahrzeugen aufgestiegen (nach Honda, Yamaha und Suzuki, aber noch vor Kawasaki. In Europa liegt das Unternehmen bereits an erster Stelle. Doch die Krise, die auf dem Zweiradmarkt herrscht, geht an Piaggio nicht spurlos vorüber. Von drei Millionen Motorrädern im Jahr 1976 ist der Absatz 1987 auf eineinhalb Millionen gefallen. Zudem ist die japanische Konkurrenz kaum aufzuhalten. Ihr Marktanteil steigt von 16 Prozent im Jahr 1976 auf 32 Prozent 1987. Doch der Piaggio Konzern, der inzwischen auch mit Fiat verflochten ist, lässt sich nicht entmutigen. Mit verdoppeltem Investitionsvolumen im Zweirad Sektor lancierte Piaggio 1987 den Roller Cosa, der in sechs Versionen in drei Hubraumklassen (125, 150 und 200 ccm) angeboten wird. Mit den 9,5, 10 und 12PS starken Motoren erreichen die Roller Höchstgeschwindigkeiten von 90, 92 oder 99 km/h und verbrauchen pro 100 Kilometer zwischen 2,5 und vier Liter Kraftstoff. Die Luxusausführungen bieten eine Mischungsautomatik und eine elektronische Zündung. Besonders bequem ist das in der Verkleidung eingebaute Schließfach für den Helm. Neu sind darüber hinaus die hydraulischen Bremsen, bei denen die Fußbremse gleichzeitig die Vorder- und Hinterradbremse betätigt, was für erhöhte Sicherheit sorgt. Piaggio produziert die gesamte Fahrzeugpalette in den Werksanlagen in der Toskana, die mit 5000 Mitarbeitern die größten des Unternehmens sind. Die Werke von Pisa, Pontedera, Lugagnano und Mortellini nehmen insgesamt eine Fläche von 800.000 Quadratmetern ein, von denen 350.000 Quadratmeter überdacht sind, und zeichnen sich durch einen hochmodernen und effizienten Maschinenpark aus.

1981 erreicht die Vespa-Jahresproduktion den historischen Höhepunkt von 512.630 Einheiten.

1985 kommt die Vespa 125 T5 auf den Markt. Piaggio übernimmt die Anteile an der spanischen MOTOVESPA. Vor allem in Großstädten wird es vielen Menschen zunehmend lästiger, sich mit dem Auto durch Verkehrsstaus quälen zu müssen und in teuren Parkhäusern einen Stellplatz zu mieten, weil sich sonst nirgendwo eine Parklücke finden lässt. Neue Angebote auf dem Rollermarkt, günstige Versicherungen und der allgemein niedrige Unterhalt verlocken da umso mehr, als Alternative zum Zweitwagen auf die mobilen und doch komfortablen Roller umzusatteln oder gleich damit in die eigene Motorisierung zu starten. Denn für Jugendliche ist der Roller neben dem Mofa die erste greifbare Möglichkeit zur (motorisierten) Unabhängigkeit. Und flexible Freizeitgestaltung auf zwei Rädern ist allemal cooler, als von Papi zum Kino chauffiert zu werden.

1986 übernimmt Piaggio die österreichische Firma Puch.

1987 baut Piaggio die Cosa, die nach ihrem Selbstverständnis keine Vespa mehr ist.

1988 inzwischen besteht die Vespa aus 1.364 Teilen und wurde bisher weltweit über 8.000.000 mal gebaut. Anfang 1988 umfasst das Piaggio Programm die Mopeds Ciao, Bravo, Superbravo und S sowie die kleinen Vespas PK 50 XL und PK 50 XL Plurimatic; in die Kategorie der Leichtmotorräder fallen die großen Vespas PX 125, PX 150 und PX 200, die vor allem für den Export gedacht ist, und die oben erwähnte Cosa.

1991 am 16. Mai verlässt die 3.000.000ste Vespa, mit dem bewährten 50 ccm Motor, die Montagestraße. Nebst den motorisierten Zweirädern fertigt Piaggio auch heute noch dreirädrige Lieferwagen mit der Bezeichnung Ape ("Biene" - im Unterschied zu "Wespe"), der bereits wenige Jahre nach Erscheinen der Vespa auf den Markt gekommen ist. Mitte der 90er-Jahre arbeiten für den Piaggio-Konzern sieben Tochtergesellschaften, die im Bereich Handel und Industrie tätig sind, 15 Lizenznehmerfirmen in 14 Ländern und 50 Vertriebsgesellschaften.

1993 setzen in Indien Terroristen die Bajaj-Vespa als mobile Bombe ein.

1994 führt Piaggio den bereits 1992 vorgestellten Roller mit Hybridantrieb (Verbrennungs- oder Elektromotor) ein.

1995 beschäftigt Piaggio weltweit 7.000 Angestellte.

1995 wird Piaggio von Giovanni Alberto Agnelli (seit 1988) geleitet, einem Neffen des Fiat-Chefs Giovanni Agnelli.

1995 ist Piaggio der größte Zwei- und Dreikraftrad-Hersteller Europas und der drittgrößte in der Welt.

1995 gibt es in Deutschland 140 Vespa-Regionalclubs mit 5.000 Mitgliedern, in Italien 100 Clubs, in Österreich und der Schweiz je 20 Clubs mit je 2.000 Mitgliedern.

1995 laufen in Japan ca. 80.000 Vespas.

1995 gibt es weltweit ca. 15.000 Roller-Oldtimer.

Bis 1995 werden 1,5 Millionen Stück des Dreikraftrades Ape verkauft.

Bis 1995 werden an der Vespa 19.000 Modifikationen und 1.400 Detailveränderungen vorgenommen, 

selbst der Zündschlüssel bleibt nicht derselbe.


Bis 1995 verkaufte Piaggio elf Millionen Roller, größtenteils Vespa-Modelle.

1999 wird Piaggio an ein Konsortium der Deutschen Bank und der Texas Pacific Group (Morgan Grenfeld Private Equity) verkauft. Piaggio bleibt aber weiterhin eine eigenständige Gesellschaft und kündigt für das Jahr 2000 unter den Marken Piaggio und Gilera zahlreiche Neuheiten an. Piaggio wird eine der allerersten Firmen, welche einen 50 ccm-Roller mit 4-Takt-Motor auf den Markt bringen wird: Den neuen Zip (ab Mai 2000 vorerst mit 2-Takt-Motor lieferbar). Der Einsteiger-Roller Piaggio Zip hatte sich von Mitte bis Ende der Neunziger-Jahre zum Verkaufsschlager entwickelt.

2000 Sommer: der neue Zip 50 wird ausgeliefert und steht seinem Vorgänger in nichts nach.

Er etabliert sich sofort erfolgreich.Der brandneue X9, welcher (vorerst) mit 125- und 250 ccm 4-Takt-Motoren ausgerüstet ist, setzt in diesem Segment neue Maßstäbe.

Der Super-Hexagon 125 GTX mit 4-Takt-Motor löst im Sommer 2000 die bewährten Hexagon 125 mit 2- und 4-Takt Motoren ab. Im Laufe des Jahres 2000 erhalten die 125er-Piaggio-Roller mit 4-Takt-Motoren den neuen Leader-Motor. Der Skipper, welcher bis anhin nur mit 2-Takt-Motor ausgeliefert wird, ist ab Sommer 2000 parallel auch mit dem neuen 4-Takt-Leader-Motor erhältlich.

 

 

 

                    The Ende

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